Der Preis eines humanoiden Roboters sagt wenig über seine Kosten, denn entscheidend ist, wie viele Stunden er tatsächlich arbeitet. Was ein humanoider Roboter ist, steht im Glossar unter Humanoider Roboter. Hier geht es um die Rechnung: Anschaffung, laufende Kosten und die Größe, die fast immer fehlt.
Anschaffung: was ein humanoider Roboter kostet
Die Dögel GmbH setzt für die Anschaffung rund 78.380 Euro an. Das ist der Durchschnitt von sieben derzeit kaufbaren Modellen, netto ab Werk, ohne Fracht, Zoll und Steuern.
Damit ist der Gerätepreis nicht der Projektpreis. Dazu kommen Integration in die vorhandene IT, Sicherheitsbetrachtung für den Einsatzort, Einweisung der Mitarbeitenden und die Anpassung des Arbeitsplatzes. Wer nur den Listenpreis in die Investitionsrechnung stellt, rechnet zu knapp.
Betriebskosten: was jährlich dazukommt
Laufend fallen Energie mit rund 1.500 Euro pro Jahr sowie Aktualisierungen, Software, Reparatur und Wartung an. Der Kostentrend bei der Hardware ist fallend, was für Abwarten sprechen kann und gegen eine Investitionsrechnung, die auf zehn Jahre gerechnet ist.
Stundenkostenvergleich: Roboter und Mitarbeiter
| Humanoider Roboter | Mitarbeiter | |
|---|---|---|
| Stundenkosten | ca. 2,45 € | ca. 25,60 € |
| Verfügbarkeit | 365 Tage, 24 Stunden | ca. 210 Tage, begrenzte Schichten |
| Jährliche Kosten | Energie ca. 1.500 € plus Wartung | ca. 43.000 € Arbeitgeberkosten |
| Kostentrend | fallend | steigend |
Das sind Durchschnittswerte. Für einen konkreten Betrieb muss die Rentabilität individuell gerechnet werden, denn die Zahlen taugen zur Einordnung, nicht als Zusage.
Warum der Stundenvergleich allein nicht reicht
Hier liegt der Punkt, der in Angeboten selten steht: Der Stundensatz von 2,45 Euro gilt bei durchgehendem Betrieb. Er ist keine Eigenschaft des Geräts, sondern das Ergebnis einer Annahme über die Auslastung.
Stundenkosten = (Anschaffung ÷ Nutzungsdauer + Betriebskosten je Jahr) ÷ genutzte Stunden je Jahr
Ein Roboter, der nur eine Schicht läuft, verteilt dieselbe Investition auf einen Bruchteil der Stunden, sodass sich der Stundensatz entsprechend vervielfacht. Ein Gerät für 78.000 Euro, das täglich zwei Stunden arbeitet, ist teurer als die Arbeitskraft, die es ersetzen sollte.
Die erste Frage lautet deshalb nicht „Was kostet der Roboter?“, sondern „Wie viele Stunden im Jahr hat er tatsächlich zu tun?“.
Warum Robotik-Investitionen im Mittelstand am Auslastungsprofil scheitern
Der typische Fehler: Es wird eine Aufgabe gefunden, die ein Roboter übernehmen könnte, aber keine, die ihn füllt. Übrig bleibt ein teures Gerät im Stillstand.
Der Ausweg ist selten ein zweiter Roboter, sondern ein Aufgabenbündel: mehrere kleine Tätigkeiten an einem Ort oder ein Bedarf, der ohnehin rund um die Uhr besteht. Genau deshalb liegen die ersten wirtschaftlichen Einsätze in Nachtüberwachung, Empfang und Kontrollgängen. Welche Voraussetzungen der Betrieb dafür mitbringen muss, steht im Beitrag Robotik-Readiness.
Humanoide Robotik in der Digitalisierungsstrategie: Stufe 4 im DOpE-Modell
In der Digitalisierungspyramide der Dögel GmbH steht humanoide Robotik auf Stufe 4, der autonomen Ausführung. Darunter liegen die digitale Grundlage, der vernetzte Betrieb sowie die datenbasierte Steuerung.
Für die Kostenfrage heißt das: Die Wirtschaftlichkeitsrechnung steht vor der Hardware-Bestellung. Wer auf Stufe 2 investiert, statt auf Stufe 4 zu kaufen, bekommt für dasselbe Geld meist mehr Wirkung. Mehr dazu im Beitrag Was ist Digital Operational Excellence?
Kosten eines humanoiden Roboters ermitteln: die ersten drei Schritte
1. Stunden zählen. Wie viele Stunden im Jahr fällt die Aufgabe tatsächlich an? Diese Zahl entscheidet über alles Weitere.
2. Vollkosten ansetzen. Gerätepreis plus Fracht, Zoll, Steuern, Integration, Sicherheit und Einweisung.
3. Gegenrechnen. Nicht gegen ein Gehalt, sondern gegen die Arbeitgeberkosten der Stunden, die tatsächlich entfallen.
Diese Rechnung lässt sich selbst aufstellen. Wer sie belastbar will, bekommt sie als ROBY READY DOpE-Analyse: eine Bewertung, welche Prozesse robotikfähig sind, welche Voraussetzungen fehlen und wann eine Skalierung realistisch ist.
Sprechen Sie uns an. Wir sagen Ihnen auch, wenn die Auslastung für einen eigenen Roboter nicht reicht.
Redaktion Dögel GmbH