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Dögel GmbH

Glossar

Glossar von A bis Z

26 Begriffe aus Automatisierung, künstlicher Intelligenz und Robotik, kurz erklärt und ohne dass Sie dafür etwas ausfüllen müssen.

Automatisierung

Automatisierung bezeichnet die Übertragung von Arbeitsschritten, die bisher ein Mensch ausgeführt hat, an eine Maschine, eine Software oder eine Kombination aus beidem. Der Schritt selbst bleibt derselbe, was sich ändert, ist die Frage, wer ihn ausführt.

Die Spanne reicht von einer einzelnen Regel, die eine Datei automatisch ablegt, bis zu einer durchgehend gesteuerten Fertigungslinie. Entscheidend ist dabei selten, wie viel technisch möglich ist, sondern welcher Schritt sich wirtschaftlich lohnt und welcher besser beim Menschen bleibt.

Bin Picking

Bin Picking beschreibt das Greifen einzelner Teile aus einem Behälter, in dem sie ungeordnet durcheinanderliegen. Für einen Menschen ist das eine der einfachsten Aufgaben überhaupt, für einen Roboter eine der schwierigsten: Lage, Ausrichtung und Verdeckung sind bei jedem Griff anders.

Gelöst wird die Aufgabe mit einem Kamerasystem, das den Behälter erfasst, und einer Software, die daraus einen greifbaren Punkt und eine kollisionsfreie Bahn berechnet. Wie zuverlässig das gelingt, hängt stark vom Bauteil ab, also von Form, Oberfläche und der Neigung, sich ineinander zu verhaken.

Cobot

Ein Cobot, kurz für kollaborierender Roboter, ist ein Roboter, der ohne trennenden Schutzzaun neben Menschen arbeiten darf. Möglich wird das durch begrenzte Kräfte und Geschwindigkeiten sowie durch Sensorik, die eine Berührung erkennt und die Bewegung anhält.

Die Zulässigkeit ergibt sich dabei nicht aus dem Gerät allein, sondern aus der Anwendung: Bewertet wird immer die gesamte Arbeitsstation samt Werkzeug, Werkstück und Umgebung. Ein Cobot mit einem scharfkantigen Werkzeug ist keine kollaborierende Anwendung mehr.

Digital Operational Excellence (DOpE)

Digital Operational Excellence beschreibt unseren Ansatz, digitale Prozesse nicht einmalig einzuführen, sondern strukturiert zu analysieren und kontinuierlich zu verbessern. Im Mittelpunkt steht nicht die Technologie, sondern die messbare operative Wirkung: weniger manuelle Schritte, kürzere Durchlaufzeiten, geringere Fehlerquoten.

DOpE ist damit weniger ein Werkzeug als eine Arbeitsweise, und zugleich der Rahmen, in dem Automatisierung, KI und Robotik überhaupt erst sinnvoll zusammenspielen. Die Leitfrage bleibt dabei immer dieselbe: Muss das noch ein Mensch machen?

Edge Computing

Edge Computing bedeutet, Daten dort zu verarbeiten, wo sie entstehen, also an der Maschine, am Fahrzeug oder am Sensor, statt sie zuerst an ein Rechenzentrum zu schicken. Die Auswertung läuft auf einem Gerät in unmittelbarer Nähe.

Der Gewinn liegt in der Reaktionszeit und in der Unabhängigkeit von der Netzverbindung. Für Anwendungen, die im Takt einer Maschine entscheiden müssen, ist der Umweg über eine Cloud oft schon zu lang. Ein zweiter Grund ist der Datenschutz, denn was das Gelände nicht verlässt, muss auch nicht dafür abgesichert werden.

Fine-Tuning

Fine-Tuning ist das Nachtrainieren eines bereits fertigen KI-Modells mit eigenen Beispieldaten. Das Modell behält, was es allgemein gelernt hat, und lernt zusätzlich die Begriffe, Formulierungen und Fälle des eigenen Hauses.

Es ist damit der mittlere Weg zwischen einem Modell von der Stange und einem eigenen Modell von Grund auf. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt daran, ob genug saubere Beispiele vorliegen. Oft genügt es stattdessen, dem Modell die maßgeblichen Unterlagen erst zur Laufzeit mitzugeben.

Generative KI

Generative KI bezeichnet Systeme, die neue Inhalte erzeugen, statt vorhandene nur einzuordnen: Text, Bild, Ton, Programmcode. Sie leiten aus Mustern in ihren Trainingsdaten ab, was auf eine Eingabe plausibel folgt.

Daraus ergibt sich zugleich die wichtigste Einschränkung, denn plausibel ist nicht dasselbe wie richtig. Wo eine Ausgabe verbindlich wird, gehört eine Prüfung dazwischen, und zwar als fester Schritt im Ablauf und nicht als guter Vorsatz.

Humanoider Roboter

Ein humanoider Roboter ist ein Roboter, dessen Bauform dem Menschen nachempfunden ist, meist mit zwei Armen, Greifern und einem Kamerakopf, je nach Modell auf Beinen oder auf einem fahrbaren Untersatz.

Der Zweck dieser Bauform ist nicht Ähnlichkeit, sondern Anschlussfähigkeit: Arbeitsplätze, Werkzeuge, Türen und Wege sind für Menschen gebaut. Ein Gerät in menschlicher Bauform kann sie nutzen, ohne dass die Umgebung umgebaut wird, und lässt sich anders als eine Sondermaschine für mehr als eine Aufgabe einsetzen.

Industrie 4.0

Industrie 4.0 steht für die Vernetzung von Maschinen, Werkstücken und IT-Systemen zu einem durchgehend datengeführten Produktionsablauf. Der Begriff bezeichnet keine einzelne Technik, sondern eine Entwicklungsstufe.

Brauchbar wird er dort, wo er sich in einzelne Fragen übersetzen lässt: Welche Maschine liefert heute schon Daten, wo werden sie noch von Hand abgeschrieben, und welche Entscheidung könnte künftig auf diesen Daten beruhen statt auf Erfahrung.

Just-in-Time

Just-in-Time bezeichnet eine Belieferung, bei der Material genau dann eintrifft, wenn es gebraucht wird, statt auf Vorrat gelagert zu werden. Bestände binden dann kein Kapital und belegen keine Fläche.

Der Preis dafür ist die Empfindlichkeit gegenüber Störungen: Eine verspätete Lieferung wirkt sich unmittelbar auf die Fertigung aus, weil kein Puffer dazwischenliegt. Digitale Verfahren verschieben diese Abwägung, sie heben sie nicht auf.

Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz ist der Sammelbegriff für Verfahren, mit denen Software aus Daten Regeln ableitet, statt sie vorgegeben zu bekommen. Sie erkennt Muster, ordnet ein, sagt vorher oder erzeugt Inhalte.

Im betrieblichen Alltag ist der Begriff meist zu groß, um nützlich zu sein. Weiter führt die Frage, welche wiederkehrende Entscheidung im Haus heute auf Erfahrung beruht und ob genug Daten vorliegen, um sie nachvollziehbar zu stützen.

Large Language Model (LLM)

Ein Large Language Model ist ein Sprachmodell, das auf sehr großen Textmengen trainiert wurde und daraus fortsetzt, umformuliert, zusammenfasst oder beantwortet. Es ist die Technik hinter den bekannten KI-Assistenten.

Ein Sprachmodell kennt dabei keine Fakten, sondern Wahrscheinlichkeiten über Wortfolgen. Verlässlich wird es erst, wenn ihm die maßgeblichen Unterlagen mitgegeben werden und die Antwort auf diese Quellen zurückführbar bleibt.

MES

MES steht für Manufacturing Execution System, ein System zur Steuerung und Erfassung der Fertigung. Es liegt zwischen der Planung im ERP und den Maschinen in der Halle: Aufträge kommen von oben, Rückmeldungen gehen von unten.

Ein MES beantwortet damit die Fragen, für die ein ERP zu weit weg ist: Was läuft gerade an welcher Maschine, wie lange steht sie, und an welcher Stelle bleibt ein Auftrag hängen.

No-Code und Low-Code

No-Code und Low-Code bezeichnen Werkzeuge, mit denen sich Anwendungen und Abläufe zusammensetzen lassen, ohne oder mit nur wenig Programmierung. Bedient werden sie über Bausteine und Formulare statt über Quelltext.

Sie sind stark, wo ein Ablauf klar und der Bedarf dringend ist, und sie stoßen an Grenzen, sobald Sonderfälle, Schnittstellen und größere Datenmengen dazukommen. Wer sie einsetzt, legt am besten von Anfang an fest, wer die entstandenen Anwendungen pflegt.

OEE

OEE steht für Overall Equipment Effectiveness, auf Deutsch Gesamtanlageneffektivität. Die Kennzahl fasst zusammen, wie gut eine Anlage tatsächlich genutzt wird, und setzt sich aus Verfügbarkeit, Leistung und Qualität zusammen.

Ihr Wert liegt weniger in der Zahl selbst als in ihrer Zerlegung, denn erst die drei Anteile zeigen, ob eine Anlage steht, langsamer läuft als vorgesehen oder Ausschuss erzeugt. Vergleichbar ist sie nur innerhalb desselben Hauses, weil die Erhebung nicht einheitlich geregelt ist.

Predictive Maintenance

Predictive Maintenance, auf Deutsch vorausschauende Instandhaltung, nutzt Betriebs- und Sensordaten, um eine Wartung dann anzusetzen, wenn sich ein Verschleiß abzeichnet, statt nach festem Intervall oder erst nach dem Ausfall.

Voraussetzung sind Daten über einen längeren Zeitraum und dokumentierte Störungen, an denen sich ein Muster überhaupt zeigen kann. Ohne diese Historie bleibt es bei einer Zustandsüberwachung, die meldet, was gerade ist, aber nichts vorhersagt.

Qualitätssicherung mit KI

Bei der KI-gestützten Qualitätssicherung prüft ein Bildverarbeitungssystem Bauteile auf Fehler, indem es an Beispielen gelernt hat, wie gute und wie schlechte Teile aussehen, statt jede Regel einzeln vorgegeben zu bekommen.

Der Vorteil liegt bei Fehlerbildern, die sich schlecht in Regeln fassen lassen, etwa Kratzern oder Verfärbungen. Der Aufwand liegt in den Beispielen, denn gerade die seltenen Fehler, auf die es ankommt, sind selten auch in ausreichender Zahl fotografiert.

Robot as a Service (RaaS)

Robot as a Service beschreibt die Bereitstellung eines Roboters als Dienstleistung statt als Anlagegut. Bezahlt wird die Nutzung über eine laufende Rate, in der Betrieb, Wartung und Softwarepflege enthalten sein können.

Der Unterschied zum Kauf liegt weniger im Gesamtbetrag als im Zeitpunkt, zu dem er fällig wird, und in der Frage, wer das Risiko für Verfügbarkeit und Wertverlust trägt. Für einen ersten Einsatz ist das häufig der leichtere Einstieg.

Schnittstelle (API)

Eine Schnittstelle, englisch API, ist ein vereinbarter Zugang, über den ein System Daten und Funktionen für ein anderes bereitstellt. Sie legt fest, was abgefragt werden kann, in welcher Form und mit welcher Berechtigung.

Schnittstellen sind der Grund, warum aus einzelnen Werkzeugen ein durchgehender Ablauf werden kann. Bei der Auswahl einer Software ist deshalb oft weniger der Funktionsumfang entscheidend als die Frage, ob sich ihre Daten geordnet wieder herausholen lassen.

Total Cost of Ownership (TCO)

Total Cost of Ownership, die Gesamtkosten des Besitzes, fasst alle Kosten einer Anschaffung über ihre Nutzungsdauer zusammen: neben dem Kaufpreis auch Inbetriebnahme, Integration, Schulung, Betrieb, Wartung, Energie und den Aufwand am Ende der Nutzung.

Die Rechnung lohnt sich vor allem dort, wo der Kaufpreis der kleinere Teil ist. Belastbar wird sie erst mit einem konkreten Anwendungsfall, weil sich Integration und Betreuung nicht allgemein beziffern lassen.

Use Case

Ein Use Case, auf Deutsch Anwendungsfall, beschreibt eine konkrete Aufgabe samt Ausgangslage, Ablauf und gewünschtem Ergebnis. Er benennt, wer beteiligt ist, wodurch er ausgelöst wird und woran sich der Erfolg messen lässt.

In Digitalisierungsvorhaben ist er die kleinste Einheit, über die sich sinnvoll entscheiden lässt. Solange ein Vorhaben nur ein Thema hat und keinen Anwendungsfall, fehlt die Grundlage für jede Kosten- und Nutzenrechnung.

Vision-System

Ein Vision-System ist die Kombination aus Kamera, Beleuchtung und Auswertesoftware, mit der eine Maschine ihre Umgebung erfasst. Es misst, erkennt, prüft und liefert die Lage eines Teils an eine Steuerung.

Der am häufigsten unterschätzte Teil ist dabei die Beleuchtung. Ein System, das im Musteraufbau sicher erkennt, kann an einem Fensterplatz mit wechselndem Tageslicht unbrauchbar werden.

Workflow

Ein Workflow ist ein festgelegter Arbeitsablauf, also eine Folge von Schritten mit Zuständigkeiten, Bedingungen und Übergaben. Digital abgebildet heißt das, dass Reihenfolge, Fristen und Zuständigkeit vom System geführt werden.

Der Nutzen entsteht weniger durch die Beschleunigung einzelner Schritte als dadurch, dass nichts liegen bleibt und der Stand jederzeit ablesbar ist. Ein schlecht gedachter Ablauf wird digital allerdings nicht besser, sondern nur schneller falsch.

Explainable AI (XAI)

Explainable AI, auf Deutsch erklärbare KI, umfasst Verfahren, die nachvollziehbar machen, wie ein Modell zu einer Ausgabe gekommen ist, etwa indem sie zeigen, welche Merkmale den Ausschlag gegeben haben.

Wichtig wird das überall dort, wo eine Entscheidung begründet werden muss, gegenüber Kunden, Prüfern oder Mitarbeitenden. Ein System, dessen Ergebnis niemand erklären kann, ist im Zweifel auch nicht zu verteidigen.

Yield

Yield, auf Deutsch Ausbeute, bezeichnet den Anteil der Erzeugnisse eines Prozesses, der den Qualitätsanforderungen genügt. Der Rest ist Ausschuss oder Nacharbeit.

Als Kennzahl ist die Ausbeute deshalb aussagekräftig, weil sie zwei Wirkungen zugleich sichtbar macht, nämlich verbrauchtes Material und verbrauchte Zeit. Eine Verbesserung wirkt damit an beiden Stellen.

Zero-Touch-Prozess

Ein Zero-Touch-Prozess läuft vom Auslöser bis zum Ergebnis ohne manuellen Eingriff. Ein Mensch ist nur noch bei den Ausnahmen beteiligt, die das System nicht selbst entscheiden kann.

Das Ziel ist dabei selten der vollständig unbeaufsichtigte Ablauf, sondern eine belastbare Trennung: Der Regelfall läuft durch, und die Aufmerksamkeit der Beteiligten liegt bei den Fällen, die sie wirklich brauchen.

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